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Produktion: Rezeptur-Management, LMIV-Engine & Kalkulation
Das Rezeptur-Management (/admin/recipes) ist das kulinarische und mathematische Herzstück von CaterOS. Hier verschmelzen amtliche Nährwertdatenbanken (Bundeslebensmittelschlüssel BLS 4.0 und GEHA-Fleischklassifizierung) mit betriebseigenen Zutaten zu rechtssicheren, LMIV-konformen Rezepturen, standardisierten Küchenhandbüchern und exakten Wareneinsatz-Kalkulationen.
🏗️ 1. Das rekursive Mehrebenen-Baukastenprinzip
In der professionellen Gastronomie und im Catering entstehen Gerichte selten aus reinen Rohwaren. CaterOS bildet die reale Küchenpraxis durch eine rekursive Mehrebenen-Hierarchie ab:
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[Rohwaren] ➔ [1. Halbfabrikat / Fonds] ➔ [2. Komponente / Sauce] ➔ [3. Fertiggericht / Menügang]
(z.B. Mehl) (z.B. Nudelteig / Kalbsfond) (z.B. Ravioli / Jus) (z.B. Kalbsbäckchen auf Ravioli)Die Vorteile der hierarchischen Struktur
- Vollautomatische Vererbung: Nährwerte (Big7), Allergene, QUID-Prozentanteile und Wareneinsatzkosten werden von der untersten Rohstoffebene centsicher und grammgenau nach oben durchgereicht.
- Zentrale Rezeptur-Pflege: Ändert sich die Rezeptur einer Grundsauce oder eines Fonds, aktualisiert das System automatisch alle 25 Gerichte und Menüfolgen, in denen dieser Bestandteil als Komponente verplant ist.
- Produktions-Flexibilität: Halbfabrikate können sowohl als eigenständige Chargen in der Vorbereitungsküche (Prep-Küche) produziert als auch direkt in Menügängen verplant werden.
🧪 2. Die Nährwert- & Garverlust-Engine (BSL 4.0 & LMIV Anhang VII)
CaterOS berechnet Nährwerte nicht durch einfaches Addieren von Rohgewichten, sondern berücksichtigt alle physikalischen und thermischen Prozesse des Kochens:
Rüstabfall (Peeling & Trimming Loss)
Gemüse, Fleisch und Fisch weisen bei der Vorbereitung natürliche Abschnitte auf (z. B. 20 % Schälverlust bei Karotten, 15 % Parüren bei Rinderfilet):
- Einkauf & Kosten: Das Brutto-Ausgangsgewicht wird zu 100 % in den Wareneinsatz eingerechnet.
- Nährwerte & Küchenpraxis: Nur das verbleibende Netto-Gewicht fließt in die Nährwertberechnung und die spätere Speisenmenge ein.
Garverlust & Bratverlust (Gewichtsverlust)
Beim Kochen, Braten, Schmoren oder Backen verdampft Wasser, wodurch das Gericht leichter wird:
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Endgewicht = Rohgewicht × (1 - (Garverlust in % / 100))- Küchenbeispiel (Braten mit 20 % Garverlust): Aus
1.000 gRohgewicht werden nach dem Garprozess exakt800 gNetto-Endgewicht (1.000 × 0,80 = 800 g). - Nährwert-Aufkonzentration: Da das Wasser verdampft, die Nährstoffe aber im Fleisch verbleiben, konzentrieren sich Eiweiß-, Fett- und Mineralstoffgehalte pro 100g des fertigen Gerichts proportional auf.
Auto-Hydratation (Negativer Garverlust / Wasseraufnahme)
Hülsenfrüchte, Reis, Couscous und trockene Teigwaren saugen beim Kochen erhebliche Mengen Kochwasser auf und werden schwerer:
- Die Logik: Ein negativer Garverlust (z. B. -150 %) bedeutet eine Gewichtszunahme um das 2,5-fache (100g trockene Pasta ergeben 250g gekochte Pasta).
- Automatische Deklaration: Das System injiziert das aufgesaugte Trinkwasser automatisch an der gesetzlich korrekten Position in die LMIV-Zutatenliste und verdünnt die Nährwertdichte pro 100g exakt um den entsprechenden Faktor.
Die 5 %-Bagatellgrenze (LMIV Anhang VII)
Verdampft bei einem Back- oder Schmorprozess so viel Wasser, dass das rechnerisch verbleibende Restwasser weniger als 5 % des Endgewichts ausmacht, entfernt das System den Eintrag „Wasser / Trinkwasser“ vollautomatisch von der Zutatenliste – streng konform mit der gesetzlichen Bagatellregelung.
🧂 3. Das Kochwasser-Salzdilemma & die Kochwasser-Funktion
Beim Kochen von Teigwaren oder beim Blanchieren von Gemüse in gesalzenem Wasser entsteht ein klassisches Berechnungsproblem:
- Für 1.000g Nudeln werden ca. 15g Speisesalz ins Kochwasser gegeben.
- Die Nudeln nehmen während des Kochens jedoch nur ca. 10 % des gelösten Salzes auf. 90 % des Salzes verbleiben im Kochwasser und werden abgegossen.
- Wird das Salz voll eingerechnet, explodiert der deklarierte Salzgehalt auf dem Etikett auf überhöhte Werte.
- Wird das Salz manuell auf 1,5g gekürzt, stimmt die Rüstliste für die Köche nicht mehr und die Pasta wird ungesalzen gekocht.
Die CaterOS Lösung: Die Spalte „Kochwasser (10 % Salz)“
Im Zutaten-Raster des Rezeptur-Editors wird für Kochwasser-Salz die Option „Kochwasser (10 % Salz)“ aktiviert:
- Einkauf & Rüstliste: Die vollen 15g Salz erscheinen auf der Einkaufs- und Küchen-Bereitstellungsliste.
- LMIV-Nährwerte: Die Engine wendet automatisch einen Retentionsfaktor von 0.1 (10 %) auf Nährwerte und Endgewicht an. In die fertigen Nudeln fließen exakt 1,5g Salz ein.
NOTE
Die Kochwasser-Funktion wird ausschließlich bei Zutaten verwendet, deren Kochflüssigkeit nach dem Garvorgang verworfen wird. Bei Suppen, Eintöpfen, Saucen und Risotto verbleibt der Haken deaktiviert, da hier 100 % des Salzes im Gericht verbleiben.
🌾 4. Die intelligente Allergen-Engine & QUID-Kennzeichnung
Die integrierte Text-Engine prüft alle Rezepturbestandteile auf die 14 gesetzlichen Hauptallergene (Gluten, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Soja, Milch/Laktose, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Sulfite, Lupinen, Weichtiere):
- Automatischer Fettdruck: Allergene werden im Deklarationstext automatisch hervorgehoben (z. B.
<b>Weizenmehl</b>,<b>Sellerie</b>,<b>Sahnepulver (enthält Milch)</b>). - Sicherheits-Wortstammprüfung: Das System prüft tief im Rezeptbaum nach definierten Wortstämmen. Fehlt bei einer manuell angelegten Zutat versehentlich das Allergen-Häkchen, greift der Wortstamm-Sicherheitsfilter als Rückfallebene ein.
- QUID-Mengenquoten: Bei namensgebenden Zutaten (z. B. „Rindfleisch (42 %)“ in Rindergulasch) errechnet das System die prozentuale Mengenquote bezogen auf das Endprodukt automatisch.
🔄 5. LMIV-Zutatenversionierung & Historische Immutabilität
Werden zentrale Systemzutaten (z. B. durch Nährwert-Updates von Herstellern oder BLS-Kurationen) aktualisiert, dürfen historische Event-Kalkulationen vergangener Veranstaltungen niemals rückwirkend verfälscht werden:
- Unveränderliche Historie: Aktualisierte Zutaten erhalten eine neue Version, während historische Rezepturen auf der bisherigen Version fixiert bleiben (GoBD- und LMIV-Konformität).
- Audit & Upgrade-Hinweis: Öffnet ein Küchenchef ein Rezept, das veraltete Zutaten enthält, signalisiert ein Hinweis-Banner das verfügbare Update.
- Nährwert-Vergleich: Über die Schaltfläche „Nährwert-Diffs vergleichen“ können Nährwert- und Allergenabweichungen gegenübergestellt und das Rezept gezielt mit einem Klick auf den aktuellen Stand gebracht werden.
🔒 6. Schreibschutz für verplante Event-Rezepte (Immutable Recipes)
Sobald ein Rezept in einer bestätigten Kundenveranstaltung oder in einem aktiven Produktionsplan verplant ist, schützt das System den Datensatz vor versehentlichen Änderungen:
- Automatisches Duplizieren: Änderungen an verplanten Rezepten erfordern das Erstellen einer neuen Variante.
- Kaufmännischer Bypass (
Zwingend Überschreiben): Autorisierte Betriebsleiter können Preiskorrekturen oder Zutatenaustausche nach expliziter Bestätigung gezielt für alle aktiven Verträge durchsetzen.
📖 7. CaterOS Handbuch-Studio & Druckansichten
Über die Schaltfläche „Handbuch drucken“ erzeugt das System druckfertige A4-Handbücher für die Postenköche:
- Detaillierte Schritt-für-Schritt Zubereitungsanleitung.
- Angaben zu GN-Blech-Kapazitäten, Kühlhinweisen und Standzeiten.
- Vollständige Allergen-Matrix und Nährwert-Deklarationsbox.
🔗 8. System-Vernetzung im Gesamtbetrieb
Das Rezeptur-Management ist die zentrale Datendrehscheibe für alle weiteren Betriebsbereiche:
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│ REZEPTUR-MANAGEMENT │
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│ DIGITALES LAGER │ │ EINKAUF & BEDARF │ │ SALES HUB │
│ Automatischer │ │ 7-Tage-Bedarfs- │ │ Exakte Warenein- │
│ Rohstoff-Abzug │ │ ermittlung │ │ satz-Kalkulation │
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