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Kalkulationsstrategien (Profile & Parameter)

In CaterOS erfolgt die Steuerung von Preisschienen über dynamische Kalkulationsprofile. Dies ermöglicht die differenzierte Bepreisung unterschiedlicher Warengruppen (z. B. aufwendige Speisen versus Standard-Getränke) und die verursachungsgerechte Verrechnung von Wareneinsatz, Lohn- und Energiekosten.

Die Konfiguration befindet sich unter Verkauf & KalkulationKalkulations-Strategie (/admin/pricing-strategy).


1. Die 4 Kalkulationsmethoden

Beim Anlegen oder Bearbeiten eines Profils stehen vier betriebswirtschaftliche Berechnungsverfahren zur Auswahl:

A. Ziel-Wareneinsatzquote (Getränke & Speisen)

Berechnet den Verkaufspreis basierend auf einem prozentualen Zielwert des reinen Wareneinsatzes. Bestens geeignet für Getränke, Weine, Handelswaren und Standardgerichte mit geringem Zubereitungsaufwand.

  • Formel: Netto-Preis = Selbstkosten / Ziel-Wareneinsatzquote %
  • Beispiel: Bei 3,00 € Selbstkosten und 20% Ziel-Wareneinsatzquote: 3,00 / 0,20 = 15,00 €.

B. Herstellkosten-Verfahren (Prime Cost)

Bezieht direkte Lohnkosten (Zubereitungs- und Rüstzeit) sowie Energiekosten (Maschinenleistung und Laufzeit) in die Kalkulation ein. Wissenschaftlich präzise für personalintensive Eigenproduktionen, warme Speisen und aufwendige Bar-Halbfabrikate (Sirupe, Klarglas-Eis).

  • Formel: Netto-Preis = (Selbstkosten + Lohnkosten + Energiekosten) / Ziel-Herstellkostenquote %
  • Beispiel: Selbstkosten 4,50 €, Lohnkosten 2,00 €, Energie 0,50 €, Ziel-Quote 55%: (4,50 + 2,00 + 0,50) / 0,55 = 12,73 €.

C. Deckungsbeitrags-Kalkulation (Fester Euro-Rohertrag)

Addiert einen festen Euro-Deckungsbeitrag auf die Selbstkosten auf. Schützt den Absatz bei hochpreisigen Luxusartikeln (Champagner, Premium-Fleisch), Buffets oder Events vor unverkäuflichen Mondpreisen.

  • Formel: Netto-Preis = Selbstkosten + Fester Deckungsbeitrag (€) + Energiekosten
  • Beispiel: Bei 8,00 € Selbstkosten und 12,00 € Mindest-Deckungsbeitrag: 8,00 + 12,00 = 20,00 €.

D. Aufschlagskalkulation (Faktor mit Schwundpuffer)

Die klassische Multiplikator-Kalkulation aus dem Gaststättengewerbe, erweitert um einen prozentualen Sicherheitsaufschlag für Warenverlust, Schankverlust und Bruch.

  • Formel: Netto-Preis = Selbstkosten * (1 + Schwundpuffer %) * Multiplikator
  • Beispiel: Bei 2,50 € Selbstkosten, 5% Schwundpuffer und Multiplikator 5,0: 2,50 * 1,05 * 5,0 = 13,13 €.

2. Globale Betriebs-Parameter

Die Berechnungsformeln greifen auf zentrale Betriebsparameter zu:

  1. Lohnkosten pro Minute (€/Min): Durchschnittliche Lohnkosten des Personals (z. B. 0,30 €/Min bei einem internen Verrechnungssatz von 18,00 €/Std.). Dieser Wert multipliziert sich mit der hinterlegten Zubereitungszeit.
  2. Strompreis pro kWh (€/kWh): Aktueller Energiepreis des Versorgers. Das System multipliziert diesen mit der elektrischen Leistung (kW) und Laufzeit der verknüpften Produktionsgeräte.
  3. Mindestmargen-Schwelle (%): Legt den Schwellenwert für visuelle Warnungen fest. Fällt die kalkulierte Marge eines Artikels unter diesen Wert, erfolgt eine automatische Kennzeichnung im System.

INFO

Echtzeit-Breakdown Visualisierung Das interaktive Kreisdiagramm auf der rechten Seite simuliert live die Kostenaufteilung und zeigt die Zusammensetzung des Verkaufspreises aus Wareneinsatz, Lohnanteil, Energiekosten und Reingewinn.


3. Betriebliche Fixkosten (Gemeinkosten)

Monatliche Fixkosten (Pacht, Versicherungen, Software-Lizenzen, Leasing) werden zentral erfasst. Das System aggregiert diese Kosten für das Controlling zur Ermittlung des operativen Deckungsbeitragsbedarfs und des betrieblichen Break-Even-Points.